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Fachbeitrag: Sprachliche und emotional-soziale Beeinträchtigungen. Komorbiditäten und Wechselwirkungen

Stephanie Zwirnmann, Carina Lüke, Roland Stein

Abstract


Aus dem angloamerikanischen Raum liegen zahlreiche Übersichtsarbeiten zur sprachlichen, emotionalen und sozialen Entwicklung von insgesamt über 200.000 Kindern und Jugendlichen im Alter von 2;0 bis 19;0 Jahren mit sprachlichen bzw. emotional-sozialen Beeinträchtigungen und deren Kontrollgruppen vor. Die Ergebnisse dieser Metaanalysen und systematischen Reviews werden im folgenden Beitrag zusammenfassend dargestellt, da sie der Beschäftigung mit den Komorbiditäten und Wechselwirkungen von sprachlichen und emotional-sozialen Auffälligkeiten, die in Deutschland bislang nicht systematisch erfolgt ist, eine hohe wissenschaftliche Relevanz zuweisen. Die Studien zeigen deutlich, dass bei der Mehrheit der Kinder mit formell festgestellten Beeinträchtigungen in der emotionalen und sozialen Entwicklung gleichzeitig eine Sprachentwicklungsstörung vorliegt. Vice versa fällt die Hälfte der Kinder mit diagnostisch gesicherten Sprachentwicklungsstörungen durch internale und/oder externale Verhaltensauffälligkeiten auf. Folglich treten sprachliche, emotionale und soziale Entwicklungsbeeinträchtigungen im Kindes- und Jugendalter in hohem Maße komorbid zueinander auf, wobei bislang nicht geklärt ist, inwiefern beide Beeinträchtigungen gemeinsam oder epiphänomenal entstehen oder wie sie wechselwirken.

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DOI: http://dx.doi.org/10.2378/vhn2022.art44d